Jugend-Sinfonieorchester Schweiz

DIE  BERICHTE  FINDEN  SIE  BEI  DEN  Magazinen

Berichte

Das JSO wird international!
14.11.2015 / Wuppertal

Konzertreise nach Wuppertal vom 13. – 15. November 2015

Die Reise
Am frühen Morgen des Freitags, 13. November (ein Glückstag!), begann ab Zürich und Basel unsere erste Konzertreise ins Ausland. War die Stimmung im Car anfänglich noch etwas verschlafen, änderte sich dies mit dem Erklingen der ersten Lieder schlagartig. Ein unvergessliches Wochenende begann! 

Nach einer achtstündigen Fahrt wurden wir von unseren Freunden aus Nordrhein-Westfalen in der Jugendherberge in Köln mit einem gemeinsamen Nachtessen herzlich empfangen. Mit der hervorragend organisierten Führung durch die Altstadt sowie dem Besuch in einem stadtbekannten Brauhaus, ging ein langer Tag zu Ende. Der letzte Durst wurde mit einem "Kölsch" gelöscht.

Die Proben
Am Samstagmorgen begann um 08:30 Uhr die Probe in einem improvisierten Raum der Jugendherberge. Trotz der schwierigen räumlichen Verhältnisse probten wir hochkonzentriert, weil wir uns der Ehre bewusst waren, in der Stadthalle Wuppertal zu konzertieren. Sie ist weltweit wegen ihrer hervorragenden Akustik bekannt.

Das Nachmittagsprogramm am Samstag war mit strickten Zeitvorgaben gefüllt. In drei Stunden brachten wir das Mittagessen, die Besichtigung des Kölner Doms und eine Busfahrt in die historische Stadthalle Wuppertal hinter uns. Während der Fahrt zum Konzertsaal herrschte eine schon fast beängstigende Stille. Nervosität, Aufregung, Angst oder Respekt vor dem renommierten Konzertsaal? Wahrscheinlich von allem ein wenig.  

Um 15:30 Uhr begann die Generalprobe für den Chor und eine Stunde später unsere. Während der Generalprobe des erst 2011 durch Apostel Otten ins Leben gerufenen Konzertchors der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen, zusammengesetzt aus 250 jugendlichen Sängerinnen und Sänger, konnten wir uns in den grandiosen Barockraum und in die Akustik einfühlen.

Unsere Hauptprobe begann mit Franz Schuberts Sinfonie Nr. 7 „Die Unvollendete“, 1. Satz. Nach ein paar Takten waren die ersten motivierenden Worte unseres Dirigenten Simon Reich: „Das war saugut!“

Das Konzert
Bald nach Türöffnung war die Stadthalle mit 1‘500 Besuchern schon komplett überfüllt. Trotz etlichen improvisierten Sitzplätzen mussten einige die Heimreise ohne Konzertbesuch antreten.

Das Konzert begann jedoch still im Gedenken an die Opfer und Betroffenen der Terroranschläge, die am Vorabend Paris und die ganze Welt erschütterten. In seinen Begrüssungsworten gedachte Bischof Götte in einem kurzen Gebet der Opfer und deren Angehörigen und bat um Gnade für die fehlgeleiteten Täter.

Mit dem 1. Satz aus der Sinfonie Nr. 7 von Franz Schubert (1797-1828), die unter dem Namen „Unvollendete“  bekannt ist, eröffneten wir das Konzert. Aus den Enigma-Variationen des englischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) stammte der nächste Vortrag mit der 9. Variation, die unter dem Namen „Nimrod“ auch als Filmmusik berühmt geworden ist.

Dass es auch beschwingt und tänzerisch geht, bewies das JSO mit dem Vortrag eines Walzers in zeitgenössischem Stil. Dazu nutzten wir eine Komposition des armenischen Komponisten Aram Khachaturian (1903-1978) aus seiner Bühnenmusik zu „Masquerade“, die er 1941 für eine Produktion eines gleichnamigen Theaterstücks komponiert hatte.

Mit „A Song for Japan“ des belgischen Komponisten Steven Verheist (*1981) stellte unser Posaunist Joel Enrico Gloor seine Virtuosität unter Beweis. Mit einem musikalischen Wettstreit zwischen Blechbläsern und Streichern ging es beim Vortrag von „Le Roi s’amuse“ (Der König amüsiert sich) des französischen Komponisten Léo Delibes (1836-1891) weiter.

Mit einem Medley für Orchester mit „Themes from 007“, das von Calvin Custer arrangiert wurde, entführten wir das Publikum in die Welt des James Bond 007! Den Abschluss bildete das Lied des Gefangenenchors aus Giuseppe Verdis „Nabucco“, welches Orchester und Chor gemeinsam vortrugen. Das Publikum bedankte sich nach jedem Vortrag mit jeweils langanhaltendem Applaus und forderte das JSO zur Zugabe auf!

Nach der Pause war die Reihe am imposanten Jugendchor, der erstmals unter solchen Rahmenbedingungen auftrat. Das Programm umfasste vorwiegend Werke aus der kirchlichen Literatur, mit „And the Glory of the Lord“ von Georg Friedrich Händel und  „Gloria“ aus der Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart als Höhepunkte.

Als Abschluss dieses grandiosen Konzerts vereinten sich der Chor und das Orchester zu einer gigantischen Einheit, welche in improvisierter Form das Lied „Thank you for the music“ vortrug und damit Gänsehaut bei allen, begeisterte Jubelrufe und Standing Ovations auslöste.

Musik ohne Grenzen
In seinen abschliessenden Gedanken wies Bischof Götte auf den Titel des Konzerts hin, der bereits vor Monaten ausgewählt wurde, aufgrund der aktuellen Ereignisse aber noch speziell berührte. Zusätzlich zum gemeinsamen Musizieren ohne Grenzen sollen auch unsere Anteilnahme, unser Mitgefühl und unsere Gebete grenzenlos sein.

Backstage
Gemeinsam durften Chor und Orchester den erlebnisreichen Abend im Backstage Bereich bei einem Apéro mit kulinarischen Köstlichkeiten ausklingen lassen. Während der anschliessenden Rückfahrt begleitete uns eine Stimmung voller Freude und Dankbarkeit für eine weitere Sternstunde, die gegen Mitternacht in Köln abgeschlossen wurde.

Der Gottesdienst in der Gemeinde Köln Mitte
Am Sonntag löste Apostel Otten bei uns durch sein jugendgerechtes Dienen grosse Freude, ja Begeisterung aus. Beim Verarbeiten des Textwortes aus Johannes 15.5 (Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht: Denn ohne mich könnt ihr nichts tun.) wies er als Kernbotschaft darauf hin, dass wir unbedingt mit Christus verbunden bleiben sollen, genauso wie mit den Tablets und Smartphones, also „Jesus online„. Zur Freude des JSO rief er unseren Bezirksevangelisten Hans Graf zum Mitdienen und forderte ihn auf, dies ausgiebig zu tun, was Hans voll ausschöpfte. Im Gedenken an die Opfer von Paris sowie anderen Kriegsgebieten spielte das JSO-Quartett ein ergreifendes Stück.

Wiedersehen in Zürich und St. Gallen
Unmittelbar nach diesem denkwürdigen Gottesdienst mussten wir uns verabschieden und unsere Heimreise antreten. „Bis bald – heute schon freuen wir uns auf die gemeinsamen Konzerte in den Tonhallen von Zürich und St. Gallen“ waren die meist gehörten Abschiedsworte. 

Erfüllt von einem unvergesslichen Konzertwochenende, welches uns als Team noch näher zusammenrücken liess, trafen alle am späten Abend sicher und gesund zuhause ein. Ohne jeden Zweifel wird dieses Erleben eine Quelle der Freude bleiben, aus der wir immer wieder schöpfen können. Unser Dank gilt dem Vorstand für die Organisation, die Wertschätzung und Begleitung.

 „Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

V. Hugo

Ausblick auf nächste Konzerte

Konzertbericht NAK Nordrhein Westfahlen

Text: Samuel Hauri
Bilder: Bernhard Holdener